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Depression: unterschiedliches Risiko

Rund 4 Millionen Deutsche leiden unter Depressionen. Diese „innere Leere“ betrifft vor allem Angestellte in bestimmten Berufsgruppen verhältnismäßig häufig. Besonders darunter zu leiden haben Callcenter Angestellte, Krankenpfleger und Erzieher, wie eine Studie zeigt.

Die Zahl der an Depression erkrankten Angestellten hat im Zeitraum von 2000 bis 2013 um fast 70 Prozent zugenommen. Allein in der Berufsgruppe der Callcenter Agenten sind allein 2013, 3,7 Prozent aufgrund von psychischen Leiden arbeitsunfähig erklärt worden. Diese Zahlen gehen aus einer Untersuchung in Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Dabei gibt es deutlich mehr Ausfälle im Norden Deutschlands, als im Süden. Die höchsten Fehlzeiten hat demnach Hamburg zu verzeichnen. Im Durchschnitt 1,42 Fehltage pro erwerbstätige Person. Grundsätzlich liegt der Anteil der beruflichen Ausfälle in Schleswig Holstein und in Berlin am höchsten. Deutlich weniger Fehltage gibt es dagegen in Baden-Württemberg zu verzeichnen. Durchschnittlich 0,84 Tage.

Depressionsatlas zeigt Fehlzeiten auf

Was sich hingegen angepasst hat ist die Menge an verordneten Antidepressiva. Diese hat sich in den vergangenen 14 Jahren Bundesländer übergreifend relativ gleich bleibend angepasst. Ein Zeichen dafür, dass die diagnostischen und auch therapeutischen Strategien der behandelnden Ärzte und die Lebensumstände der betroffenen Person sich ebenfalls angeglichen haben. Diese Ergebnisse sind Grundlage der eingegangenen Krankschreibungen bei der TK. Daraus abgeleitet hat die Kasse einen Depressionsatlas aufgestellt. Auffällig ist hier nicht nur der hohe Prozentsatz von 7,1 Prozent der gesamt gemeldeten Fehltage, sondern auch die langwierige Genesungsdauer bei dieser Form der Erkrankung. Im Durchschnitt kommen so 64 Fehltage zusammen.

Gründe vor allem äußerer Natur

Als Grund für die Entstehung von Depressionen sehen Ärzte vor allem den Zusammenhang zwischen den Belastungen und sonstigem Stress, hervorgerufen durch Arbeitsbelastung, dem Mangel an gesundheitlichem Ausgleich zum Beruf, fehlende Wertschätzung und dem Mangel der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Deswegen fordert Jens Baas, Chef der TK in einem Interview mit der Bild-Zeitung: „Im Kampf gegen Depression sind Unternehmen, Beschäftigte und Gesundheitswesen gleichermaßen gefordert.“ Hier genügt es nicht, dass sich Angestellte an freien Tagen Erholung vom Arbeitsalltag gönnen.

Sonntagsdepression als Folge von beruflichem Stress

Gerade hochgebildete Angestellte können gerade dann in so genannte Sonntagsdepressionen verfallen, weil sie nichts Richtiges mit sich anzufangen wissen, wie die Universität Hamburg kürzlich in einer Studie herausfand. Hier scheint der Abfall von Höchstleistungen und damit verbundenem Selbstwertgefühl im Beruf zur individuell empfundenen Nutzlosigkeit der Freizeit zu stark zu sein. Bewegung an der frischen Luft und die Stärkung des Selbstwertgefühls können helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen und wieder mehr Freude an freien Tagen zu finden.

Quellen: www.n24.de, www.rp-online.de

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